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Julie Leuze, Autorin

Julie Leuze, Autorin
Cover Das Glück an meinen Fingerspitzen

Nebelverhangene Wälder, einsame Pazifikstrände – und absolut kein Kontakt zur Außenwelt:

So stellt sich Jana das Paradies vor, seit sie am eigenen Leib erfahren hat, wozu Menschen fähig sind. Bei ihrem Onkel, der in der kanadischen Wildnis Wölfe und Bären erforscht, will sie endlich vergessen, was ihr im letzten Frühjahr passiert ist. Doch dann verschwindet ihr Onkel spurlos und vor ihrer Blockhütte steht plötzlich ein verletzter junger Mann namens Luke. Jana hat keine Wahl: Sie muss Luke vertrauen. Denn nur gemeinsam werden sie einen Weg aus der Wildnis finden. Auf der tagelangen Wanderung durch die unberührte Natur British Columbias kommen sich Jana und Luke langsam näher. Jana ahnt nicht, dass auch er vor etwas davonläuft …


Das Glück an meinen Fingerspitzen
Jugendroman
Ravensburger Buchverlag, VÖ 26. August 2018
320 Seiten
14,99 €
ISBN-10: 3473401668
ISBN-13: 978-3473401666


Manchmal muss man sich verlaufen, um seinen Weg zu finden.
Und manchmal führt dieser Weg zu einem ganz besonderen Menschen.
Eine berührende Liebesgeschichte in der atemberaubenden Wildnis Kanadas!

Das Glück an meinen Fingerspitzen entführt in die Wildnis Kanadas, in welcher zwei Jugendliche unfreiwillig ums Überleben kämpfen und nicht nur von ihren Problemen (…) eingeholt werden, sondern auch von der Liebe. Eine wunderschöne Lektüre zum Abtauchen — bestes Lesefutter für Romantiker, Abenteurer und alle anderen, die einfach richtig gut unterhalten werden möchten!“
– www.kasimira.de

„Tolles Survival-Buch voller Spannung und Gefühlen in einer wunderschönen Landschaft. Eine der besten Novis dieses Jahr, meiner Meinung nach.“
– leinanisbookcorner, Instagram

„Julie Leuze bettet eine anrührende Liebesgeschichte (…) in eine fesselnde Rahmenhandlung ein. Und ganz nebenbei wird von der Gefährdung eines Regenwaldes, dem Great Bear Rainforest an der Pazifikküste British Columbias, berichtet.“
– BuchMarkt, September 2017

„Von Julie Leuze habe ich schon ein paar Bücher gelesen und auch dieses hat mich wieder in seinen Bann gezogen. (…) Sie hat die wilde Ungezähmtheit Kanadas ganz wunderbar in Worte gefasst. Ich hatte das Gefühl, ich sei tatsächlich dabei gewesen.“
– Kielfeder, Instagram

„Spannend erzählt, leicht und gut zu lesen, dennoch mit Tiefgang und Ernsthaftigkeit und mit einem absolut wichtigen Lebensmotto: weg vom passiven Opfer-Sein hin zum selbstgestalteten aktiven Leben.“
– Heinoko, www.wasliestdu.de

„Die Charaktere sind der Autorin wunderbar gelungen und das Setting ist einfach nur klasse. Mir haben die bildhaften Beschreibungen von der Natur Kanadas ein richtiges Kopfkino beschert und in mir ein großes Fernweh nach diesem wundervollen Land geweckt. Für mich war hier alles stimmig, ein wirklich tolles Buch, welches ich wärmstens empfehlen kann.“
– https://buecherweltcorniholmes.blogspot.com

„Eine wunderschöne Geschichte über die Liebe, das Vertrauen und die Natur. (…) Ein Buch, das man nicht aus den Händen legen will und somit habe ich es ‚leider’ an einem Abend schon verschlungen. Kennt ihr das? Ihr wollt euch Zeit lassen mit einem Buch und dann zack, vorbei, weil es zu gut ist.“
– Buecherperle, Instagram


Leseprobe

Jana

So also fühlt es sich an, aus der vertrauten Welt in eine völlig fremde zu reisen.
Wobei: vertraute Welt? Das klingt nach Geborgenheit, Sicherheit und Zugehörigkeit.
Und somit nach all dem, was ich verloren habe.
Schon seltsam, schießt es mir durch den Kopf, als ich am Hafen in das Motorboot steige, das auf den stahlgrauen Wellen des Pazifiks schaukelt. Da sind mein Onkel und ich unterwegs zu einer rauen, menschenleeren Insel, auf die mich vor einem Jahr keine zehn Pferde gebracht hätten, doch anstatt zu protestieren, kann ich es kaum erwarten.
Keine verstohlenen Blicke mehr. Kein dreistes Anstarren. Kein Tuscheln. Auf der Insel kann ich mein silberblondes Haar endlich wieder offen tragen, anstatt es zu einem unauffälligen Dutt zu zwirbeln. Die große Sonnenbrille, die in den letzten Monaten zu meinem ständigen Begleiter geworden ist, kann ich in der Tasche stecken lassen. Und die Paranoia …
Die Paranoia, die mich bisher fest im Griff hatte, wird mir hoffentlich nicht aus der bunten, lauten Welt der Menschen in die nebelverhangene Wildnis folgen. Ich werde frei sein!

Oder zumindest ein bisschen freier. Auch wenn ich dafür eine Insel voller großer Raubtiere in Kauf nehmen muss, und das ohne ein ernstzunehmendes Verteidigungsmittel. Mehr als ein Bärenspray mitzunehmen, hält mein Onkel nämlich nicht für nötig.
Aber da muss ich ihm wohl vertrauen. Schließlich ist Onkel Richard Forscher und nicht zum ersten Mal auf „seiner“ Insel, während ich zwar seit ein paar Wochen das Abi in der Tasche habe -, doch meine Erfahrungen mit Tieren beschränken sich auf das Biologiebuch, Stechmücken und den Nachbarshund. Bären kenne ich lediglich als Kuscheltiere, Wölfe aus Dokus, Pumas aus dem Zoo und Elche von der Weihnachtsdekoration.
Noch nie in meinem Leben war ich, Jana Kron, deutsches Stadtkind durch und durch, abseits der Zivilisation unterwegs.
Und schon gar nicht dermaßen weit abseits! Campbell Island, wo wir gerade das Motorboot besteigen, liegt bereits im Nirgendwo, und bis zur Insel brauchen wir noch mindestens drei Stunden. Was bedeutet, dass ich insgesamt eine geschlagene Zweitagesreise von Deutschland entfernt sein werde.

Von meinem Elternhaus. Von meiner ehemaligen Schule. Von Carmen und meinen anderen Freundinnen, von heißen Duschen, elektrischem Licht, Coffee-to-go und Internet …
Bei dieser Vorstellung atme ich auf.
Onkel Richard streicht sich über das kurzgeschorene dunkle Haar.
„Bereit, Jana?“, fragt er und lächelt mir aufmunternd zu.
Ich blicke über den Pazifik. Kalt, tief und ungezähmt breitet er sich vor uns aus.
Leise sage ich: „Bereit.“