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Julie Leuze, Autorin

Julie Leuze, Autorin

Sternschnuppenträume an der Nordsee

Svea muss ihre Träume von einer Zukunft als Meeresbiologin begraben, und das kurz vor dem Abi. Dem gutaussehenden Nick hingegen steht die ganze Welt offen. Und während Svea verzweifelt zu verbergen versucht, weshalb ihre Mutter plötzlich verschwunden ist, wird der reiche, oberflächliche Nick von keinerlei Sorgen geplagt.
Das jedenfalls glaubt Svea – bis sie in einer sternenklaren Nacht am Strand einen Blick auf den wahren Nick erhascht. Für die Dauer eines magischen Kusses erscheint alles möglich. Doch sowohl Svea als auch Nick müssen in ihren Alltag zurückkehren, und dort passen sie einfach nicht zusammen.
Wenn da nur nicht diese unvernünftige Sehnsucht wäre! Dieses hartnäckige Gefühl, dass zwischen der wahren Svea und dem wahren Nick etwas begonnen hat, das stärker ist als die Kluft zwischen ihnen …


Sternschnuppenträume
Jugendroman
Egmont INK, April 2014
352 Seiten, gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-86396-065-0
Print-Ausgaben (gebunden und Taschenbuch) vergriffen
Aktuell als E-Book erhältlich für 4,99 €


„In Julie Leuzes zweitem Jugendbuch ist nichts und niemand, wie es anfangs scheint. Nick und Svea wirken nach außen wie ganz normale unbeschwerte Jugendliche kurz vor dem Abitur. Mit viel Empathie beschreibt die Autorin das Gefühlschaos der beiden, ihre Zweifel, Ängste und Hoffnungen.
Kurze Kapitel, abwechselnd aus Sveas und Nicks Sicht erzählt, treiben das Tempo rasch voran. Zwar geht es beim ersten Aufeinandertreffen direkt unter die Haut, bis sich die zwei aber endgültig finden, gilt es, einige Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und über wahre Gefühle zu reden.
Julie Leuze schreibt dabei wie eine gute Freundin, die ihre Geschichte erzählt, was es unmöglich macht, nicht mehr ‚zuzuhören‘. Und so fühlt, träumt und fiebert der Leser mit, wird zornig und verliebt sich auch ein bisschen – und wünscht sich vor allem mehr davon.“
– LoveLetter-Magazin, ‚Unsere Lieblingsbücher in diesem Heft‘, April 2014

„Berührend werden neben der zauberhaften Liebesgeschichte auch viele andere Themen hinzugezogen, denn auch hier, zwischen Wind und Wellen, Sand und Seehundstation, hat das Leben seine positiven, aber auch negativen Gesichter. (…) Wer außergewöhnliche Liebesgeschichten und das Meer mag, der sollte „Sternschnuppenträume“ unbedingt lesen.“
– blue ocean, amazon

„… nichts hätte mich dazu gebracht, das Buch aus der Hand zu legen, außer die Lesechronik zu aktualisieren. 😉
Dieses Buch ist einfach wundervoll. Es spricht ernste Themen an, zeigt Lösungswege auf und lässt einen nicht die Hoffnung verlieren, für das zu kämpfen, was man sich für das Leben wünscht. Man bekommt die Zuversicht, dass man seine Träume tatsächlich verwirklichen kann. Einfach grandios!“
– AnnLi, amazon


Leseprobe

Svea

Ich starre Nick an wie einen Geist.
„Hey“, sagt er knapp und steckt die Hände in die Hosentaschen.
Ich will seine Begrüßung erwidern, wenn sie auch nicht sehr freundlich war, doch meine Kehle ist wie zugeschnürt. Hat Nick mich beobachtet, als ich dachte, dass ich allein hier bin? Merkt er mir an, wie fertig ich bin? Und warum sieht er so angespannt aus?Eine gefühlte Ewigkeit lang mustert er mich, ohne ein Lächeln, und ich starre zurück, äußerlich Svea, innerlich das Wrack, das mich jetzt ausmacht.Doch dann verglüht die zweite Sternschnuppe dieser Nacht über uns am Himmel, und Nick bemerkt es. Er folgt ihr mit den Augen, sein Blick wird weicher, und da wage ich es endlich, etwas zu sagen.
„Äh-ähem“, stottere ich. „Du, äh … Was machst du hier?“
Wie geistreich. Hätte ich mal besser weitergeschwiegen.
„Und was machst du hier?“, fragt Nick zurück. „Muscheln sammeln?“
Ja, klar. Im Stockdunklen.
„Keine Muscheln“, sage ich schnippisch, „sondern nachtaktive Strandhornfüßler-Schnecken.“
Die es natürlich nicht gibt. Doch ich wette, das weiß Nick nicht, und was ich wirklich hier gesucht habe – Einsamkeit, meine Fassung, mein altes, fröhliches Selbst -, das werde ich ihm ganz sicher nicht auf die Nase binden.
Nick zieht die Augenbrauen hoch und schweigt, als seien Schnecken nichts, worüber coole, reiche Jungs wie er auch nur eine Sekunde lang plaudern würden.
Und da reitet mich auf einmal der Teufel.
„Strandhornfüßler-Schnecken sind sehr seltene und absolut faszinierende Tiere!“, sage ich streng. „Sie kommen nur raus, wenn es ganz dunkel ist und sie mindestens zehn Minuten lang keine Erschütterung durch menschliche Füße gespürt haben. Man muss sie also an den einsamsten Stellen der Insel suchen, und grundsätzlich nach einundzwanzig Uhr. Wenn man dann tatsächlich eine zu Gesicht bekommt, kann man sich wirklich glücklich schätzen, weißt du?“
Okay. Spätestens jetzt müsste Nick eigentlich die Flucht ergreifen.
Doch zu meiner Überraschung zeigt sich der Anflug eines Lächelns auf seinem Gesicht. „Kein ganz ungefährliches Hobby für eine Frau, wenn man es nur nachts und an den einsamsten Stellen der Insel ausüben kann.“
„Was ist schon ungefährlich?“ Ich zucke mit den Schultern. „Das ganze Leben ist doch eine beschissen gefährliche Angelegenheit.“
Nick legt den Kopf schief und betrachtet mich nachdenklich, und mir wird klar, dass das gerade wohl ziemlich verbittert rüberkam. Rasch füge ich hinzu: „Gefährlich oder nicht, ich liebe es sowieso, nachts allein am Meer zu sein. Diese, äh, ganz besondere Stimmung, die ist doch toll. Schon deshalb lohnt es sich, nach Strandhornfüßler-Schnecken zu suchen.“
„Du liebst es, ganz allein im Dunkeln herumzuschleichen, während all deine Freunde einen Steinwurf entfernt zusammen feiern?“
„Ähm … ja?“
Mist. Ich merke, dass ich mich mit der blöden Schneckengeschichte ziemlich verrannt habe – in Nicks Augen bin ich jetzt ein menschenfeindlicher Sonderling.
Aber nun kann ich nicht mehr zurück, ohne zuzugeben, dass ich geschwindelt habe, und deshalb sage ich gleichgültig: „Diese Strandpartys werden doch völlig überbewertet. Ich meine, klar bin ich gerne mit meinen Freunden zusammen, aber was sind Musik und Biertrinken schon gegen … äh, das hier? Die leise Melodie der Wellen und … äh, die Sternschnuppen.“
Hey, das war gar nicht schlecht! Mein letzter Satz war, abgesehen von den beiden „äh“s, sogar ziemlich poetisch. Jetzt wird Nick mich zwar für hoffnungslos romantisch halten, aber mit etwas Glück nicht mehr für eine Außenseiterin. Die lieber Schnecken sammelt, statt sich auf einer Party zu vergnügen.
Wobei es mir natürlich völlig gleichgültig sein kann, wofür Nick mich hält.
Und außerdem, ist er nicht selbst von der Party abgehauen? Was hat er eigentlich hier zu suchen? Schnecken oder Muscheln ja offensichtlich nicht. Mit plötzlicher Neugierde schaue ich ihm in die Augen.
Prompt bemerke ich, dass es ausgesprochen schöne Augen sind, in die ich da blicke.