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Julie Leuze, Autorin

Julie Leuze, Autorin

Welche Farbe hat die Liebe?

Sophie ahnt nicht, dass ein halbes Lächeln alles auf den Kopf stellen wird. Dass ein einziger Blick aus schokoladenbraunen Augen ausreichen wird, um ihre Welt in Funken sprühendes Himmelblau zu tauchen. Dass ein einziger Kuss ihr den Mut verleihen wird, dem Familiengeheimnis auf den Grund zu gehen, das ihr Leben bis jetzt bestimmt hat.

Mattis ahnt nicht, dass Sophie ihm entlocken wird, was er vor allen anderen verbirgt. Dass er sich mit ihr so sicher fühlen wird wie noch mit niemandem zuvor.

Beide ahnen nicht, dass ihre Liebe sie über sich selbst hinauswachsen lassen wird.


Der Geschmack von Sommerregen
Jugendroman
Egmont INK, Juli 2013
320 Seiten, gebundene Ausgabe
14,99 €
ISBN 978-38639606629
Auch als Taschenbuch & E-Book erhältlich


„‚Der Geschmack von Sommerregen‘ von Julie Leuze ist besonders – und das in absolut jeder Hinsicht, von den Charakteren bis hin zur Handlung. Es ist eine wundervolle und emotionale Liebesgeschicht, die mich tief berührt und bewegt hat. Julie Leuze schreibt so authentisch, so echt, dass ich sprach- und atemlos an jeder Seite ihres Romans hing. Dieses Debüt ist einzigartig und unvergesslich!“
– leselurch.de

„Julie Leuze ist eine ganz ungewöhnlich schöne, zarte Liebesgeschichte gelungen, sie schreibt in hohem Maße authentisch und einfühlsam, glaubwürdig. Und wenn man so schreiben kann, dann darf es auch über ‚das erste Mal‘ sein – auch hier sehr offen, sehr zart, sehr einfühlsam. Ein rundum gelungenes Buch!“
– Gemeindebücherei Niefern-Öschelbronn, Jugendbuchtipp

„Die Autorin hat hier auf einfühlsame Weise den schmalen Grat gemeistert, eine leichte, bezaubernde Liebesgeschichte in lockerem, flüssigem Ton zu schreiben, die durch ihre authentischen Protagonisten mit so viel Atmosphäre und Tiefe erfüllt ist, dass sie zu keinem Zeitpunkt in Klischees oder Kitsch abzurutschen droht. (…) Mein Fazit: ‚Der Geschmack von Sommerregen‘ ist eine wunderschöne Liebesgeschichte für Jugendliche. Sehr einfühlsam, tiefgründig und authentisch von Julie Leuze geschrieben, mit sympathischen Protagonisten, die sich ihren Problemen stellen und ihre Liebe genießen, so ganz ohne Tabus und zum Dahinschmelzen schön.“
– fantastische-lesetipps.blogspot.de

„‚Der Geschmack von Sommerregen‘ wirkt einfach ‚echt‘ und hatte eine gute Balance zwischen tiefgründig und leicht. Viele Themen werden angeschnitten und jedes einzelne mit einer Feinfühligkeit behandelt, die mich wirklich beeindruckt hat. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!“
– the-cinema-in-my-head.blogspot.de

„Ein herausragendes Buch! (…) Zwei ganz besondere Themen halten Einzug in die Geschichte: Hochsensibilität und Synästhesie. (…) Brillant schafft es Julie Leuze, die Leichtigkeit einer Liebe mit der Ernsthaftigkeit dieser Problematik zu verbinden. Es erwartet den Leser ein Roman voller Emotionen, der jedoch keineswegs kitschig ist und mit überraschend viel Erotik für ein Jugendbuch aufwartet. (…) Die Autorin schreibt offen, ehrlich und sensibel, was gerade deswegen jede Menge Authentizität bietet.“
– Sonja Hackel, www.hugendubel.de/blog

„Zuerst einmal möchte ich den fließenden, wunderbaren Schreibstil von Julie Leuze hervorheben. Voller Emotionen, Gedankenkraft und mit hin und wieder passend eingestreutem Humor lebt die Geschichte auf. Man bekommt selbst das Gefühl der ersten, richtigen Liebe zu spüren, lacht und leidet mit Sophie und Mattis. Einfühlsam und berührend entwickelt sich die Handlung auf jeder Seite weiter. Ich konnte mich in die Gedanken, Ängste und Sehnsüchte von Sophie wunderbar hineinversetzen – sie ist eine authentische junge Frau, die mit der gesamten Gefühlspalette, die das Leben bietet, zurecht kommen muss. (…) ‚Der Geschmack von Sommerregen‘ verinnerlicht alles, was ein zauberhafter Liebesroman haben muss: Ganz viel Herz, eine wunderschöne Story, liebenswerte Figuren, eine Menge an Gefühlen und etwas Humor. Unbedingt lesen!“
– Büchereule, Rezension vom 13.07.2013

„Eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen zwei Teenagern, die beide in einer Welt leben, die für die Mehrheit der Menschen unberührt bleibt. Ein grandioses Farbenspiel zwischen Liebe, Begehren, Angst, Hoffnung, Eifersucht …“
– www.buchstaben-junkie.de

 


 

Leseprobe

Der Neue schwappt himmelblau über mich hinweg, mit Spuren von Schwarz und glitzernden Funken aus tiefem, geheimnisvollem Gold. Ich blinzele verwirrt. Diese Farbkombination hatte ich noch nie auf meinem inneren Monitor, und es gelingt mir nicht, sie einzuordnen.
„Gott, ist der süß!“, flüstert Lena neben mir entzückt.
„Hammer“, murmelt Vivian von schräg hinten.
Verstohlen mustere ich den Jungen, der mir die goldblauen Wellen beschert hat: Er hat schulterlanges, schwarzbraunes Haar. Dunkle, leicht schräg stehende Augen. Lippen, die man nur als sinnlich bezeichnen kann. Groß ist er und schlank, unter seinem Shirt erahnt man die Muskeln. Zugegeben, „hammer“ trifft sein Aussehen ziemlich genau. Ich schlucke, in mein Himmelblau mischen sich Tinte und aufgeregte, hellrote Funken.
Lässig geht er durch die Stuhlreihen nach hinten, wobei er die Blicke der anderen gar nicht wahrzunehmen scheint. Flüchtig schaue ich mich um: Die Jungs der Klasse wirken neugierig, die Mädchen hingerissen. Von seinem Gesicht, seinem Gang, den coolen Klamotten, die er trägt. Man sieht dem Neuen an, dass er aus der Großstadt kommt. Solche Shirts und Jeans bekommt man nicht in Walding, und Chucks wie die seinen sind Herrn Roser, dem Besitzer unseres einzigen Schuhladens, schon im letzten Herbst ausgegangen.
Er schlendert an mir vorbei, ohne mich zu beachten, und setzt sich auf den einzigen freien Platz, neben Klassenstreber Fabian. Mein Herz klopft, die hellroten Funken stieben, und ich ärgere mich. Warum bringt dieser Typ mich so aus der Fassung? Er hat mich keines Blickes gewürdigt!
Wieso auch, denke ich und kaue am Ende meines Bleistifts. Jungs wie er bemerken Mädchen wie mich grundsätzlich nicht. Ich bin nur Sophie, die Kleine mit den zu dichten Augenbrauen und dem Hang zum Irrsinn. Über Ersteres lacht die halbe Klasse. Über Letzteres nicht, weil niemand etwas von dem Farben-Chaos in meinem Inneren ahnt.
Und das soll auch so bleiben.
„Hey, Sophie!“, zischt Lena. „Wolltest du dir das nicht abgewöhnen? Runter mit dem Stift!“
Ertappt lasse ich den Bleistift sinken. Ich sehe aus wie eine verängstigte Zehnjährige, wenn ich so verloren auf dem Holz herumknabbere, nicht wie die Sechzehnjährige, die ich bin. Außerdem geht meine schlechte Angewohnheit langsam ins Geld: Alle paar Tage muss ich die peinlich zerkauten Dinger austauschen.
„Danke, Lena“, flüstere ich. „Was täte ich nur ohne dich?“
„Einen Bleistift-Großhandel ausrauben?“, schlägt Lena vor.
Sie lacht leise, streicht sich eine blonde Locke hinters Ohr und sieht dabei aus wie ein herzensguter, etwas zu mollig geratener Engel. Ich schaue in ihre blauen Augen, sehe die Zuneigung darin. Sofort fühle ich mich besser. Seit ich denken kann, ist Lena meine beste Freundin, und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das jemals ändert. Nicht, solange sie nur meine Fassade kennt.
„Was gibt es denn so Interessantes zu bereden, junge Damen?“, ertönt die miesepetrige Stimme von Herrn Müfflingen. Junge Damen! So nennt unser Bio-Lehrer seine Schülerinnen wahrscheinlich schon, seit er vor geschätzten hundertfünfzig Jahren an diesem Gymnasium angefangen hat. „Lena, Sophie, lasst uns doch bitte an eurer Unterhaltung teilhaben, sofern sie den Biologie-Unterricht betrifft. Wenn nicht, wovon ich wohl ausgehen muss, darf ich doch sehr um Ruhe bitten!“
Wir schauen ihn ergeben schweigend an. Seine Augenlider zucken, wie immer, wenn er sich ärgert – und Herr Müfflingen ärgert sich oft. Nicht nur über Lena und mich.
Er dreht sich wieder zur Tafel um und kritzelt etwas darauf. Dann schaut er noch einmal über die Schulter zu seiner missratenen Klasse. „Ach ja, euer neuer Mitschüler heißt Mattis Bending. So, und jetzt zurück zur Genetik.“
Mattis Bending, denke ich. Mattis. Gefällt mir.
Eine weitere glitzernde, himmelblaue Welle baut sich in mir auf, bevor sie sich an den Rändern meines Monitors bricht und langsam, ganz langsam verblasst. Seufzend beuge ich mich über mein Blatt, um mich Chromosomen und Zellkernen zu widmen.