schließen

Julie Leuze, Autorin

Julie Leuze, Autorin

Hochsensibilität bedeutet ein intensiveres Wahrnehmen

und tieferes Verarbeiten von Eindrücken und Informationen aller Art. Es wird angenommen, dass ca. 15% der Menschen hochsensibel sind. Diese Anlage zeigt sich meist bereits im Babyalter und begleitet Menschen ihr Leben lang. Hochsensible Kinder bereichern das Familienleben mit ihrem besonderen Sinn für Harmonie, Gerechtigkeit und die Schönheiten der Welt.

Sie sind typischerweise naturverbunden, tiefsinnig und fürsorglich, und nicht wenige saugen die Stimmungen anderer Menschen auf wie ein Schwamm. Diese und ähnliche Eigenschaften können jedoch auch zu Problemen führen: Denn hochsensible Kinder können sich schlecht vor Stress und Lärm abschirmen, auch die Abgrenzung von sozialen Konflikten in ihrer Umwelt gelingt kaum. Das kann im ganz normalen Alltag zu massiver Reizüberflutung führen – mit Reaktionen, die bei nicht hochsensiblen Menschen für verständnisloses Kopfschütteln sorgen. Und die Eltern beschleicht das Gefühl, im Umgang mit dem komplizierten Nachwuchs alles falsch zu machen… „Empfindsam erziehen“ möchte den Eltern diese Unsicherheit nehmen. Denn mit hochsensiblen Kindern richtig umzugehen, ist gar nicht so schwer!


Empfindsam erziehen
Sachbuch
Festland-Verlag Wien, Oktober 2010
160 Seiten, broschiert
18,50 €
ISBN 978-3-9501765-5-1


„Das Buch ist ein Plädoyer für ein aufmerksames Miteinanderleben, in denen die Bedürfnisse aller Familienmitglieder im Mittelpunkt stehen und ist als solches eigentlich nicht nur für die Eltern hochsensibler Kinder ein wertvoller Impulsgeber. Gerade für festgefahrene Situationen und zu sehr fremdbestimmte Ansichten darüber, was Kinder sein oder können sollen bietet Julie Leuze Auswege und neue Sichtweisen, die allen Beteiligten die Freude am miteinander Leben leichter machen können.“
– rabeneltern.org

„Hochsensible Kinder sind anders, nicht schlechter oder besser, nur eben anders, und genau das will das Buch »Empfindsam erziehen« vermitteln. (…) Sehr hilfreich sind die zahlreichen Erfahrungsberichte, die Julie Leuze zusammengetragen hat. Sie zeigen die unterschiedlichsten Facetten von Hochsensibilität und machen Eltern Mut, die Stärken ihrer Kinder zu genießen. Egal, ob hochsensibel oder nicht, dieses alltagstaugliche Buch ist ein wunderschöner Leitfaden durch die Kindheit, das Familien zum verständnisvollen Miteinander anregt.“
– WirbelWind

„Resümierend kann ich Julie Leuzes Buch wärmstens empfehlen. Es ist einfühlsam, detailliert und mit angemessenem wissenschaftlichem Background unterstützt verfasst. Insbesondere die häufigen Zitate von hochsensiblen Kindern selbst oder ihren Eltern lassen dem Leser den Raum, sich entweder selbst in die Kindheit zurückzuversetzen oder aber als Elternteil Verständnis zu erlangen.“
– Intensity


Leseprobe

Hochsensible Kinder sind ein wenig anders als andere Kinder, und dieses Buch ist ein wenig anders als andere Bücher. Was hochsensible Kinder so besonders macht, das wissen Sie von Ihrem eigenen Nachwuchs – sonst hätten Sie wohl nicht nach diesem Buch gegriffen. Was Empfindsam erziehen besonders macht, sind die Mütter und Väter, die dahinter stehen: Eltern hochsensibler Kinder, die mir tiefe Einblicke in ihr Familienleben gewährt haben. Eltern, die mir von den vielfältigen Herausforderungen des familiären Alltags erzählt haben, von den Stärken und Schwächen ihrer Kinder, von kleinen und größeren Problemen und von den Lösungen, die sie dafür gefunden haben.
Diesen Eltern folgt die inhaltliche Ausrichtung des Buches: Was ihnen am Herzen lag, hat auch Eingang in Empfindsam erziehen gefunden. Ein Ratgeber von Eltern für Eltern also, in dem die Mütter und Väter ausführlich zu Wort kommen. Dabei habe ich die Ausdrucksweise der Befragten bewusst unverändert gelassen, um größtmögliche Authentizität zu gewährleisten. Verändert wurden lediglich die Namen, so dass die Anonymität der Interviewten bestehen bleibt.
Auf diese Weise möchte ich es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ermöglichen, von den Erfahrungen anderer Eltern zu profitieren. Denn das ist es, was im Umgang mit hochsensiblen Kindern oft am meisten fehlt: der Austausch mit Müttern und Vätern, denen es genauso geht wie einem selbst. Diese Lücke im Erziehungsalltag möchte Empfindsam erziehen schließen.
Wissenschaftlichen Anspruch erhebt das Buch indes nicht, und ebenso wenig sollen bestimmte erzieherische Verhaltensweisen zum Dogma erhoben werden. Für ersteres erscheint mir die Forschungslage noch als zu dünn, und letzteres hieße, die Individualität der Kinder und ihrer Eltern gründlich misszuverstehen. Deshalb werden Sie hier auch keine klare Definition finden, wann ein Kind als hochsensibel gilt und wann nicht. Denn ebenso wie andere Kinder auch, sind hochsensible Kinder sehr unterschiedlich: Manche sind extrem geräuschempfindlich, ansonsten aber unauffällig; manche zeigen ihre Sensibilität vor allem im zwischenmenschlichen Bereich; wieder andere vereinen sämtliche Merkmale in sich, die auf einschlägigen Listen zur Hochsensibilität aufgeführt werden. Hochsensibilität kann sich also auf verschiedene Art und Weise zeigen, und so werden Sie Ihr Kind weder in allem, was Sie im Folgenden lesen werden, wiedererkennen, noch werden alle Ratschläge zu Ihrem Kind und Ihnen passen.
Gott sei Dank: Denn Hochsensible sind Individuen wie andere Menschen auch, die weder auf ihre Hochsensibilität reduziert, noch abgewertet, noch auf einen Sockel gehoben werden sollten. Ein hochsensibles Kind drückte es einmal so aus:

„Ich bin doch nicht aus Gold oder Silber.
Ihr seid bloß grün und ich bin gelb.
Bloß ein bisschen anders.“

Wie Mütter und Väter mit dieser Andersartigkeit umgehen, welche Probleme am häufigsten vorkommen und welche Ratschläge Eltern und Experten dazu bereithalten – das steht in Empfindsam erziehen.